Es ist
Sommer, die Sonnenstrahlen lassen meine Haare fast schon gelblich aussehen.
Genervt streiche ich sie hinter mein Ohr und greife nach der Hand der Person
neben mir.
Ich weiß nicht genau wer sie ist, ich weiß nur, dass sie mir wichtig ist.
„Komm.“
Sie zieht mich mit sich, wir laufen auf eine alte S-Bahn Station zu.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass irgendwas an ihr komisch ist, aber die
Person bei mir, wer immer sie ist, beruhigt mich.
Die S-Bahn Station erinnert mich an ein großes Fischmaul, ein breites Oval,
dass aus dem Boden aufragt, bedrohlich, merkwürdig und unbekannt.
Die Rolltreppe nach unten funktioniert nicht, also ziehe ich meine Begleitung zu
der Rolltreppe, die nach oben führt und wir holpern sie runter. Unten gekommen
küsse ich meine Begleitung auf die Wange. Sie lacht.
Die S-Bahn Station sieht von innen genauso schlimm aus wie von außen.
Sie Wände sind schmutzig grau, an ein paar Stellen sind braunrote Flecken, über
die ich am liebsten gar nicht genauer nachdenken will.
Außer einer älteren Frau ist niemand da, irgendwie wirkt alles wahnsinnig
beklemmend.
Nach einer Weile fällt mir auf, was genau nicht stimmt.
Es ist zu leer. Keine Fahrpläne, keine Sitzbänke, keine Mülleimer, nichts, es
wirkt wie ein riesiger, leerer Gang der ins Nichts führt. Außerdem gibt es
keinen zweiten Ausgang, wie es normalerweise bei unterirdischen S-Bahn
Stationen ist.
Es ist immer noch kein Zug da, die alte Frau sieht nervös auf ihre Uhr und
blick dann auf die einzige, dreckig, beschlagene Anzeigetafel. Doch sie ist
leer, es steht nur weiß auf dem dunkelblauen Bildschirm das Wort TRAIN.
Ich sehe meine Begleitung an, sie wirkt besorgt.
„Können wir bitte gehen?“
Meine Stimme klingt merkwürdig, höher als sonst, aber nicht ängstlich.
Sie nickt.
Gerade als wir gehen wollen kommt aus irgendeinem Lautsprecher, den ich
nirgendwo entdecken kann, ein hoher, schriller Signalton, dann die ruhige,
monotone Frauenstimme, die jeder von irgendwelchen Ansagen kennt.
„Bitte verlassen sie umgehend sie S-Bahn Station. Ich wiederhole mich, wenn sie
nicht sterben wollen, dann verlassen sie diese S-Bahn Station und zwar sofort.“
Ich verstehe zwar nicht wirklich was passiert, aber ich greife wieder nach der
Hand meiner Begleitung und wir rennen. Rennen die Rolltreppe hoch, sie
strauchelt, aber ich ziehe sie weiter.
Vor der normalen Treppe, von der schwören könnte, dass sie davor noch nicht da
war, steht ein junger Mann.
Er grinst, zieht eine Schusswaffe von irgendwoher und beginnt irgendetwas
herumzuschreien.
Ich verstehe nicht viel, aber die Dinge, die ich verstehe machen mich
wahnsinnig panisch.
In der S-Bahn Station höre ich die alte Frau schreien und der Mann beginnt zu feuern.
Mir schießt gerade durch den Kopf, dass es jetzt wohl noch mehr rotbraune
Flecken an den Wänden der Station geben wird, als mich ein wahnsinniger Schmerz
im Rücken trifft, ich stolpere, höre noch, wie die Person neben mir meinen
Namen ruft, dann falle ich und alles wird schwarz.
Man...und ich dachte im neuen Jahr hört das endlich auf mit den Albträumen...jedenfalls hab ich jetzt definitiv keine Lust zu schlafen...also dann, sweet Dreams...oder in meinem Falle eben nicht.
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